Haiti-Kinderhilfe

Reise 2017/2018 - 16. Bericht

Dienstag, 27 Februar 2018.
  1. Reisebericht

Wasser…….unseres kommt über die Hängebrücke

Die wenigsten Menschen haben in Haiti eine gesicherte Wasserversorgung.

 16 2.Schnre werden gespannt

Es gibt eine staatliche Wassergesellschaft DINEPA, aber die Ressourcen sind in Haiti sehr beschränkt. Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, baut eine große Wasserzisterne unter sein Haus und sammelt das Regenwasser. Die Trockenperioden sind allerdings mindestens 5 Monate. In den Städten kann man auch Wasser kaufen und mit Tankfahrzeugen anliefern lassen – aber wie gesagt, nur wer es sich leisten kann.

Die meisten holen morgens...

Die meisten holen morgens und abends in oftmals stundenlangen Fußmärschen das Wasser aus Quellen, Flüssen, oder von Brunnen. Ist wie Feuerholz sammeln, oftmals die Aufgabe der Kinder morgens und abends.

Als wir ein Grundstück für unser Projekt suchten wollten wir sicher sein, dass wir genügend Wasser für die Kinder haben. Auch ein eigener Brunnen sollte möglich sein.
Ca 500 mtr. von unserem Grundstück fließt der sehr breite Rio Frio und wir waren uns sicher Grundwasser zu finden. Die Bohrgesellschaft empfahl uns einen Wünschelruten Spezialist. Der markierte in einer dramatischen Vorstellung 2 Punkte und wir fanden in 40 Meter Tiefe ausreichend Wasser. Ein Labor in Port-au-Prince prüfe es und es ist beste Qualität.
Wir haben auch das Glück, das ca. 30 Meter von unserem Grundstück die neu gebaute staatliche Wasserleitung vorbeigeht. Das ist Quellwasser aus den nahen Bergen. Wir bekamen innerhalb 1 Tages (in Haiti ein Wunder) einen Anschluss genehmigt und da wir 2 km vor dem größeren Ort sind, auch meistens einen guten Wasserdruck. Allerdings ist die Hauptleitung auf der anderen Seite eines kleinen Flusses und wir mussten unseren Anschluss über diesen legen. War schon damals ein schwieriges Unterfangen und jedes Jahr war was kaputt und es musste immer wieder repariert und verbessert werden.  
Wir sind also doppelt mit Wasser abgesichert.  Alles Wasser für Garten, Landwirtschaft, Kinder ‚pritscheln‘ nehmen wir aus unserem Brunnen, das Trinkwasser aus der staatlichen Wasserleitung. Wir haben auch eine große Zisterne mit 2 Kammern, einmal staatliches und einmal Brunnenwasser, gebaut.

16 6. unsere neue Wasserleitung

Richard hat nun in den letzten 3 Jahren ‚echte Kilometer‘ an Wasserrohren auf dem Gelände verlegt. Ist ein Ringsystem, damit das Wasser immer in Bewegung ist und nicht faulig wird. Gleichzeitig auch ein System, dass wenn eine ‚Quelle‘ ausfällt, man auch das andere Wasser umleiten kann.

Am Dach haben wir 2 große Wassertanks, sowie noch 2 Pumpen. 1 x eine Pumpe für das Grundwasser die über das Solarsystem läuft und dann nochmals 1 Pumpe für die Zisterne. Wir haben hier Pläne und es ist schon für mich kompliziert darüber zu schreiben.

Letztes Jahr fiel schon einmal die Grundwasser Pumpe aus. Für uns dann schwierig von Deutschland aus, den Fehler zu definieren und die Reparatur zu organisieren.

Es hat sich jetzt herausgestellt, dass die Handwerker während des Schulbaus unser Stromsystem mit Ihren Geräten überluden und die Sicherung der Pumpe heraus war.

Im Herbst tobte Hurrikan über Haiti, der extreme Regen verwandelte den kleinen Fluss in reißendes Hochwasser. Unsere Leitung riss. Sie wurde zwar relativ schnell notdürftig repariert, aber wir mussten eine bessere Lösung finden.  

16 1.Teil fr Hngebrcke

Richard ließ schon vor unserer Anreise alles Material in Port-au-Prince kaufen und anliefern. Wir leben idyllisch im ‚Busch‘, aber Baumaterial, Schrauben, Schleifpapier, Rohre…..muss alles in Port au Prince gekauft und dann mit einem LKW angeliefert werden. Der Plan war die Leitung ins Flussbett zu verlegen. Bei mehrmaliger Begehung schien das doch wegen der Flussbiegung unmöglich.

Der Nachbar bot uns sein Grundstück zum Kauf an und hier wäre auch die Überquerung viel einfacher. Wir waren uns mit dem Kaufpreis einig, aber es stellte sich heraus, dass das Grundstück für noch 1 Jahr verpachtet ist. Der Pächter aus Port-au-Prince, war zwar noch nie da war, hat auch noch nie die Pacht bezahlt, erklärte uns zwar am Telefon, dass wir es ruhig kaufen können. Aber das war uns juristisch doch zu unsicher und wir stellten diesen Plan zurück.

Richard entschied sich nun nochmals für die Variante einer ‚Hängebrücke mit Wasserrohr‘ über den Bach zu legen. Es wurde geschweißt, geschraubt, abgemessen und immer nochmals neu durchdacht und dann war der aufregende Moment. Ein Problem war auch, dass wir in Port-au-Prince nicht die Rohre in den Längen gefunden hatten und aus vielen Verbindungsstücken die verschiedenen Höhen gemacht werden mussten.16 3.Pfosten einbetoniert

An einem Tag wurden die Pfosten gemauert, dann die Hängebrücke einbetoniert und nochmals fest geschweißt. Am nächsten Tag die Wasserrohre verlegt, verschraubt und festgebunden. Am 3. Tag wieder mit der Hauptleitung verbunden und wir hatten wieder Wasser.

16 4. das Wasserrohr verlegt

16 5. mit Kaktushecken bepflanzt

Hängebrücke für Wasserleitung, bepflanzt mit Kaktus

Wir hoffen, dass die Leitung die nächsten Hurrikans überstehen wird. Sind auch noch immer am Kauf des Nachbar Grundstückes interessiert um somit besser die Wasserversorgung zu garantieren.

Guerino, ehemaliges Patenkind und jetzt unser Bauingenieur, klopfte abends bei einem kalten Bier Richard auf den Rücken, strahlte und meinte ‚das war eine tolle Aktion, ich habe so viel gelernt…Prost Mr. Weiss‘.

Gruß Roswitha

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