Haiti-Kinderhilfe

Reise 2017/2018 - 14. Bericht

Dienstag, 27 Februar 2018.
  1. Reisebericht

Hans und Richard…………wir, die ‚Rentnerband‘

14 es ist heiss  14 Schultafeln streichen

Wir fliegen einmal mit und helfen euch mit Wasser und Stromversorgung‘,

war das Angebot von Hans und Richard. Im November 2015 kamen sie auf unserer total chaotischen Baustelle an. Damals mussten wir noch im Freien auf Brettern schlafen, mit Plastikplanen gegen die Feuchtigkeit zugedeckt. Bauschutt, Staub, Lärm, Hektik, alles unfertig….

Das Projek...

Das Projekt und die anstehenden Arbeiten sind viel grösser, als es sich beide vorgestellt hatten. Als ich nach einigen Wochen, abends hörte: ‚jetzt machen wir das und das andere dann nächstes Jahr‘ machte ich einen innerlichen Freudensprung, denn ich wusste sie würden wiederkommen und ‚Alles wird gut‘.

Hans, Elektromeister mit eigenem Unternehmen, jetzt in Rente – Richard, 25 Jahre Haiti Erfahrung, alles immer selbst repariert. Beide absolute ‚Allround-Talente‘. Vom Auto bis Bau Toilettensitz – einfach alles. Hans arbeitet extrem genau und filigran. Richard ist der ungeduldigere.
Hans ist der Spezialist für Strom, Richard fürs Wasser.14 Hans Stromspezialist
Strom bekommen wir von Solarpanels. Hans hat die Versorgung für alle Gebäude geplant und realisiert. Das Verwalterhaus, Depot, Wasserpumpen, Kindergarten und auch in der Grundschule ist ein Gebäude elektrifiziert.

14 Trinkwasserhahn fr die Schule
Für die Wasserversorgung haben wir 2 Kreisläufe. Wir hatten Glück, dass die staatliche Wasserleitung nahe bei unserem Grundstück vorbeigeht und wir einen Anschluss bekamen. Da wir aber nicht abhängig sein wollten, bohrten wir einen eigenen Brunnen und pumpen Wasser. Das staatliche Wasser kommt aus den Bergen aus einer Quelle, die in der Trockenzeit fast versiegt. Auch wollten wir keinen Konflikt kreieren, dass wir zu viel Wasser zum Gießen, oder auch für die Kinder für den Sandkasten verbrauchen. Wir haben schon Kilometer Rohre verlegt. Es muss ja immer ein Ringsystem sein, damit das Wasser nicht faulig wird, auch hat es Richard so gekoppelt, dass falls ein System ausfällt, man auf das andere umschalten kann. Wasser ist hier absolut elementar.

14 Hans und Jara machen Zhlketten

14 Richard streicht alles

Die gleiche Zeit sind aber auch beide damit beschäftigt, alles Mögliche tagtäglich zu reparieren. Betonmischer, Auto, Pickeln, Schaufeln, Stühle, setzten alle Türen und Fensterläden, unzählige Schubkarren, vieles, vieles, vieles……..

14 selbstgebaute Kreissge ohne Schutz

Selbstgebaute Kreissäge

14 Abdeckungen fr Toilettenschchte

Abdeckung für Toilettenschächte

Die Tage scheinen alle gleich. Wir kennen kein Datum. Die Wochentage erkennen wir, ob Schule ist, Donnerstag Markttag und Samstag wird Wäsche gewaschen.
Jeder ist schon um 6 Uhr für den Tag bereit. Ich koche früh Cafe, das Pulver wird in Wasser aufgekocht und dann die Brühe durch einen Strumpf gesiebt. Ist für mich der meditative Moment am Morgen, alle Tassen und die Kannen zu füllen. Es gibt kein gemeinsames Frühstück, jeder wie er will. Treffen uns mittags, da auch die Bauarbeiter Pause machen. Essen jeden Tag Tomaten, Zwiebeln, haitianisches hartes Brot, eventuell noch ein hartes Ei – viel Wasser. Die Tomaten verkauft uns eine Nachbarin und Mutter eines Schulkindes von uns. Sie macht das Geschäft des Jahres mit uns. Wir nehmen relativ große Mengen ab.

14 Feierabendbier

 

Zwischen 16 Und 17 Uhr treffen wir uns dann zur ‚blauen Stunde‘, Richard und Hans genießen ein Bier.

Das sehr frühes Abendessen, ist dann in großer Runde, gemeinsam mit unseren haitianischen Mitarbeitern. Unser Gasofen hat 2 Kochstellen Wir essen für den Hunger……….es gibt 5 Gerichte die sich abwechseln. Mais mit Trockenfischsoße, Reis mit Bohnen, Gemüsesuppe, Spagetti wieder mit Trockenfischsoße, oder 1 x wöchentlich gebratene Yamswurzeln, Kochbananen, Süßkartoffeln und kleine Stückchen Schweinefleisch. Immer mit total verkochtem undefinierbarem Gemüse. Fleisch kann man manchmal erahnen, wird mit der Haut gekocht und wir geben es gerne an unsere Mitarbeiter ab. Aber es ist alles bio!!!
Gehen alle sehr früh schlafen, da die Hitze doch uns sehr auslaugt.

14 Abends wird Domino gespielt

Abends wird Domino gespielt

Hans und Richard beschweren sich nie – ich muss beide wirklich bewundern, wie sie Stunde für Stunde, jeden Tag in der Hitze körperlich arbeiten. Ohne sie hätten wir nicht dieses Projekt. Allerdings sind sie kompromisslos, wenn ich einen Ausflug vorschlage, sind Ihre Argumente, jetzt schon im 3. Jahr:

,Nein, wir sind zum Arbeiten hier und verlassen das Projekt erst wieder zur Fahrt am Flughafen.‘

Liebe Grüße aus Haiti

Roswitha

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