Haiti-Kinderhilfe

Noels 5. Reisebericht

Montag, 06 Mai 2019.
Noels 5. Reisebericht

Ein weiterer ereignisreicher Monat geht zu Ende. Wie auch im letzten Monat wurden wieder viele Bäume gepflanzt, diesmal waren die Kindergartenkinder an der Reihe. 

An dem ersten Februar Wochenende war geplant, mit Erlot und Overne nach Cap Haitien zu fahren. Zuvor verbrachten die beiden einen Abend bei uns und Roswitha konnte für mich einen fairen Preis für die Fahrt und Unterkunft mit den beiden aushandeln. Freitag um 11 Uhr ging es dann los. Bis ans Cap sind es ungefähr 70 Kilometer, die auf kaum asphaltierten Straßen zurückgelegt werden müssen, sodass wir nach drei Stunden bei Erlots Familie ankamen, welche uns beherbergte. Der Anblick der wunderschönen Landschaft entschädigte für die sehr holprige Fahrt.

 

Am nächsten Morgen schauten wir uns das Monument der Schlacht von Vertiere an, daraufhin fuhren wir nach Labadee Beach. Dort angekommen suchten wir einen Bootsfahrer, der uns an einen der Strände, zu einem sehr fairen Preis, fuhr. Am Strand wurden wir gleich von Fischern belagert, die uns ihren Fang verkaufen wollten. Wir suchten uns leckeren Fisch und Muscheln aus, die von einem Koch zubereitet wurden. In der Zwischenzeit versuchte ich Thierry das Schwimmen beizubringen, wir hatten sehr viel Spaß, leider waren meine Bemühungen nicht sehr erfolgreich. Mit dem Kapitän war vereinbart, dass er uns nach vier Stunden wieder abholen sollte. Nachdem wir 1 Stunde auf ihn gewartet haben, suchten wir uns ein anderes Boot, das uns mitnahm.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Erlots Verwandtschaft und fuhren auf die Zitadelle. Am Fuße der Zitadelle kauften wir uns Tickets und stiegen mit einem Führer den Berg hinauf. Die Führung dauerte ungefähr eine Stunde und ich erfuhr wieder Neues über die haitianische Geschichte und die Zitadelle. Danach ging es zurück nach Maissade. Auf der Rückfahrt trafen wir eine Lehrerin von unserer Schule, welche ebenfalls am Cap war.

In der Woche nach unserem Kap-Besuch wollte Conny zu uns kommen, jedoch gab es schon seit einigen Tagen heftige Demonstrationen, Plünderungen und heftige Unruhen in Port-au -Prince, sodass es für Conny unmöglich war, nach Maissade zu reisen. Sie musste einige Zeit im Hotel verbringen und warten, bis sich eine Möglichkeit ergab zu uns zu kommen. Am Montag wurde die Schule aus Sicherheitsgründen geschlossen und alle Kinder von uns nach Hause geschickt, da inzwischen die Proteste auch das benachbarte Maissade erreichten. Überall waren Straßensperren errichtet worden, sodass wir die Woche praktisch eingesperrt und abgeschnitten von der „Außenwelt“ waren. So gut es ging beschäftigten wir uns, denn Arbeit gibt es schließlich immer hier im Projekt. Gemeinsam mit Roswitha und Richard überlegten wir uns einen Notfallplan für den Fall, dass die Situation noch mehr eskalieren sollte.

Nach einer Woche beruhigte sich die Lage ein wenig, sodass Conny endlich zu uns stoßen konnte.
Am Montag reise ich nach Port-au-Prince. Dort werde ich bei dem Cousin von Farah wohnen und mir hoffentlich noch ein wenig die Stadt und ein paar historische Sehenswürdigkeiten ansehen können, bis ich am 07. März 2019 meine Heimreise antreten werde.

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.