Haiti-Kinderhilfe

Noels 4. Reisebericht

Freitag, 22 Februar 2019.
Noels 4. Reisebericht

Ein weiterer erlebnisreicher Monat ist schon wieder zu Ende und wird mit einem Bericht abgeschlossen. Im Dezember besuchte uns die Familie Kolaczek, Bekannte von Roswitha und auch für HKH tätig, um sich die verschiedenen Projekte vor Ort anzuschauen.

Wir fuhren mit der Familie zu den verschiedenen Projekten und zeigten ihnen alles. Zudem besuchten wir die umliegenden Dörfer und lokale Ausflugsziele, wie zum Beispiel den Rio Frio in Bassin Cave. Familie Kolaczek erkundete anschließend auf eigene Faust das Land, und unternahm einen Kurztrip nach Cap-Haitien und besuchte die Zitadelle.

Ein besonders schönes Ereignis war mein Geburtstag, da Roswitha eine kleine Feier mit meinen Kollegen Louines und Eripson hinter meinen Rücken organisiert hatte. Es gab eine sehr leckere Geburtstagstorte und Fleisch von unseren geschlachteten Bullen. Außerdem hatte sie, nach Absprache mit meinen Eltern, Kolaceks gefragt ob ich sie in die Dominikanische Republik begleiten konnte. Wir machten uns am darauffolgenden Freitag auf den Weg nach Santo Domingo. Diese Reise werde ich in meinem Leben nicht mehr vergessen.

Zu Beginn der Busfahrt konnte ich sehen wie der Busfahrer zwei Pakete Rum in dem Bus verstaute. Wozu?? Dazu berichte ich später mehr. Die Busfahrt begann um 7 Uhr morgens in Hinche, es war geplant um 15 Uhr Ortszeit Santo Domingo zu erreichen, jedoch verlief die Fahrt „ein wenig“ anders als ursprünglich geplant. Bis zur Grenze konnten wir problemlos fahren, doch danach wurde es immer komplizierter. Die dominikanische Zollstelle war überfüllt und so dauerte es eine Weile bis wir weiterfahren konnten. Wer schneller vorwärtskommen wollte, steckte dem anwesenden Grenzbeamten etwas Geld zu und wurde schneller abgefertigt als manch ein anderer, der sich in der Warteschlange anstellte.

Nach einer guten Stunde ging die Fahrt weiter, jedoch wurden wir immer wieder von Polizeistationen am Straßenrand angehalten. Ich hatte den Eindruck, dass ihre Hauptaufgabe darin bestand Reisebusse aus Haiti zu kontrollieren. So wurden wir auf den ersten 30 Kilometern sechs Mal wegen Passkontrollen angehalten, jedoch hatte der Busfahrer vorgesorgt und so manche verstaute Rumflasche wechselte ihren Besitzer, um weitere Kontrollen zu vermeiden. Sogar ein Hahn wurde an die Polizisten weitergegeben.

Letzten Endes kamen wir um 19 Uhr in Santo Domingo völlig erschöpft (auch von den 11 Passkontrollen) an, und suchten uns für den Rest der Nacht ein Hotelzimmer, da die Weiterreise zu lang gedauert hätte. Wir machten uns am nächsten Morgen unverzüglich auf den Weg nach Rio San Juan. Landschaftlich sind zwischen der DomRep. und Haiti große Unterschiede zu erkennen. In der DomRep ist das Land noch viel bewaldeter und es wird intensiv Landwirtschaft betrieben. Hier gibt es Maniok, Bananen und Reisfelder, die sich über mehrere Quadratkilometer erstrecken.

Familie Kolaczek, hatte ein wunderschönes Haus mit Pool gemietet und wir erlebten dort und in der Umgebung sehr schöne neun Tage. Wir besuchten einige Städte, fuhren an schöne Strände, sowie auch ins Museum. Nach neun Tagen hieß es dann schlussendlich Abschied nehmen. Familie Kolacek flog zurück nach Deutschland und ich fuhr mit dem Bus zurück nach Haiti. Zum Glück wurden wir dieses Mal nicht aufgehalten.

Ebenfalls kamen wir fast problemlos über die Grenze, nur war es diesmal ich, der den ganzen Bus aufhielt, weil in meinem Pass ein Stempel fehlte und ich wieder zurück in den Dom. Rep. musste, um mir den Stempel in den Pass drücken zu lassen. Die weitere Fahrt verlief ruhig und so war ich schon um 13 Uhr in Hinche und um 15 Uhr 30 dann in Maissade. In meinen neun Tagen Urlaub war hier schon vieles geschehen, Roswitha hatte zusätzlich 2 weitere Leute eingestellt, die für das Gießen der Pflanzen zuständig und mir unterstellt sind. So koordiniere ich den Arbeitseinsatz der Beiden täglich und bespreche was zu tun ist, für den jeweiligen Tag. Außerdem nimmt das Projekt „Baumschule “ immer mehr Gestalt an, da wir inzwischen einige Gärtnereien gefunden haben, die uns Bäume zu einem guten Preis verkaufen.

Damit konnten sich die Kinder mit ihren Eltern jeweils so viele Bäume wie sie zu Hause pflanzen können, aussuchen. Die Bäume werden zuerst in der Schule vorgezogen, später können die Kinder die Bäume mit nach Hause nehmen und dort einpflanzen. Wenn sie dann zur Uni gehen oder eine andere Ausbildung anfangen dürfen sie die Bäume fällen und entweder das Holz verkaufen, oder Holzkohle produzieren.olz oder Ho Mit dem Erlös können sie die Studiengebühren oder Ausbildungsgebühren davon zu bezahlen

Vor Weihnachten übernahm ich zudem die Aufzucht einer neuen Hühner Generation. Das Hühnerprojekt entwickelt sich positiv, inzwischen findet wir schon an so manchen Tagen Eier im Stall.

So geht ein weiterer toller Monat vorbei.   

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