Haiti-Kinderhilfe

Noels 3. Reisebericht

Sonntag, 17 Februar 2019.
Noels 3. Reisebericht

Die letzten sechs Wochen waren mit Abstand die beste Zeit hier, da ich viele neue Erfahrunggen sammeln und tolle Sachen erleben konnte.

Nachdem Roswitha ankam ging die Arbeit richtig los (Die anderen haben mich bereits vorgewarnt). So wurde zum Beispiel sofort die Arbeit zum neuen Gästehaus begonnen, indem eine große Menge Holz bestellt wurde, mit dem Schreiner sofort ein Termin ausgemacht und ein Preis verhandelt wurde.

Des Weiteren brauchten wir noch ein wenig Fleisch, und so beschlossen wir einen Jungbullen zu schlachten, welcher uns für mindestens 3 Monate ausreichend mit Fleisch versorgen würde.

lerne Gewinde schneiden fr die WasserrohreAm Samstag kamen wir alle zusammen, um das Tier zu schlachten. Ein Nachbar, der über ausreichende Erfahrungen beim Töten und Ausnehmen verfügte war uns behilflich. Zunächst hielten 6 Männer den sich stark wehrenden Stier fest und zwei weitere, auch meine Wenigkeit, töteten das Tier, indem wir die Halswirbelsäule durchtrennten und anschließend die Kehle durchschnitten, so dass das Tier verblutete.

Die weiteren Arbeiten an dem Tier waren recht mühsam, dazu gehörte besonders das Häuten und Zerlegen des Stieres. Alles fand draußen unter freien Himmel statt. Wir brauchten 3 Stunden, um das Tier von der Haut und dem Kopf zu trennen. Durch das neue Ausbeinmesser, dass mir mein Vater in Deutschland besorgt hat, war das Häuten um einiges leichter. Nachdem die Organe entfernt wurden zerlegten wir den Stier in vier Teile und hängten diese anschließend an einen Baum zum Abhängen. Am nächsten Tag begann der „Zerlege-Marathon“, welcher noch zwei weitere Tage andauerte.

wir ernten unseren eigenen ReisAußerdem hatte ich die Möglichkeit, Port-au-Prince zu besuchen, wo ich für fünf Tage bei Thierry blieb, um ihn bei Aufträgen von Roswitha zu unterstützen. Die Bibliothek soll mit neuen Büchern ausgestattet werden, wir kauften um die fünfzig Kinderbücher und besorgten Broschüren zum Thema Familienplanung. In Port-au-Prince hatte ich Zeit nach meiner Mutter zu suchen. Gemeinsam mit Thierry, fragten wir, in Cite Soleil nach ihr, jedoch leider ohne Erfolg. Ich war von dem Elend, in dem die Menschen dort leben müssen stark bewegt und auch etwas traurig, dass wir keinen Erfolg hatten. Wir besuchten dann noch das Kinderheim von Madame Gladys, die mir versprach mich bei meiner Suche zu unterstützen.

In Port-au-Prince übernachtete ich auf dem Dach von Thierry, der bei einer Familie lebt, die ihn als Jugendlichen aufgenommen haben. Die Nächte sind dort sehr unruhig und laut. Neben dem Straßenverkehr hört man auch immer wieder Gewehrschüsse. Am Dienstag führen wir wieder zurück nach Maissade und ich freute mich alle wiederzusehen und genoss den ruhigen friedlichen Ort.

Im Kindergarten und in der Schule begann die Planung für die bevorstehende Weihnachtsfeier. Dies bedeutete viel Arbeit, für die Kinder und Lehrer, die den Sündenfall und die Weihnachtsgeschichte intensiv einübten. Die Kindergartenkinder lernten Weihnachtslieder. Vor der Aufführung waren alle ganz aufgeregt und hofften, dass das intensive Üben sich gelohnt hat. Es war dann eine sehr schöne Aufführung. Die Kinder waren alle wunderschön in den Weihnachtsfarben Rot, Schwarz und Weiß gekleidet und die Eltern waren sehr stolz auf ihre Kinder. Nachdem alle gegangen waren begann für uns die traditionelle Weihnachtsfeier mit allen Bediensteten von der Schule, um das Jahr gebührend zu beenden.

So verging ein weiterer sehr ereignisreicher Monat wie im Flug.

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