Haiti-Kinderhilfe

Hör-Screening 2018 - 1. Bericht

Reise Mai 2018 – ‚Hear the World’ Besuch in unserem Projekt

Montag, 11 Juni 2018.

1.Bericht - Problem der Anreise

Bei unseren Reihenuntersuchungen der Kinder im letzten Jahr, stellten wir fest, dass einige schlecht hören. Wir sind dann auf ‚Hear the World‘, gestoßen, eine Foundation des Hörapparate Konzerns Sonova. Hear the World macht seit 10 Jahren in Haiti Hörtests mit Kindern.
21 Gäste - 14 Ausländer mit bestem Equipment, 7 Haitianer – Chaffeure und Sicherheitspersonal, wollen für einige Tage bei uns wohnen und alle auffälligen Kinder der Region, sowie unsere Kindergarten- und Schulkinder screenen. Der angebotene Termin war Mitte Mai. Sie wussten, dass da leider auch Regenzeit ist. 

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Danke an Rob Padberg, der mich...

 

Danke an Rob Padberg, der mich am Flughafen abholen ließ und zur Besprechung mit Cathy Jones, der Verantwortlichen von ‚Hear the World‘ brachte.

Ein ehemaliges Patenkind organisierte einen Fahrer, der uns nach Bangage bringen wollte. Festpreis wurde ausgemacht und wir starteten am frühen Nachmittag.
Sein Auto, ein Freudenfest! Unser TÜV oder/und unsere Polizei, würden ihn direkt aus dem Verkehr ziehen,….aber immer positiv denken. Er schwankte und schaukelte, fährt aber. Nach ca. 4 km die erste Panne. Kein Benzin, er hatte nur 1 Gallone getankt, da ich auch den Sprit bezahlen würde. Finden am Straßenrand einen Spritverkäufer. Das sind die „Überschüsse“ der Tankstellen, die da irgendwie in den „freien Verkauf“ kommen. Kaufen nochmals eine Gallone und suchen eine Tankstelle.
Es hatte gestern Abend geregnet, man sieht es, die Gebiete neben den Flüssen waren alle überschwemmt. Kommen bei beginnender Dunkelheit an unseren ersten Fluss. Es tragen Gruppen Motorräder durch den Fluss, die Passanten waten durch das Wasser, es geht über die Taille. Also über einen Meter fließendes Wasser.

gemeinsam werden die Motorrder getragen

Es sei an diesem Tag kein einziger LKW, oder sonstiges Auto gefahren. Speziell der 3. Fluss sei ausgespült und es gäbe Stellen bis fast 2 Meter Tiefe.

Guerino und ich finden eine spartanische Schlafmöglichkeit bei katholischen Schwestern. Unser Fahrer hat Panik, lädt alles aus und will nur noch zurück nach Port-au-Prince. Kann ich auch verstehen, denn ich zweifle, dass wir es auch bei niedrigerem Wasserstand mit diesem Auto geschafft hätten.


Es fängt wieder zu regnen an und regnet die ganze Nacht.
Auch am nächsten Morgen, wenden wieder einige Geländewägen vor dem Fluss und fahren zurück.
Eventz, unser Lieferant für Sand und Steine bei allen Bauprojekten, bietet an, uns mit seinem Traktor zu holen. Sei zwar holprig aber er würde durch die Flüsse kommen.
Väter unserer Schulkinder, die als Beruf Moped Taxifahrer sind, rufen an und wollen uns holen.
Wir müssten zwar zu Fuß die Flüsse durchqueren, aber wir würden nach ‚Hause‘ kommen. Könnten auch noch weiter bei den Schwestern wohnen, 100 US$ pro Nacht.
Wir entscheiden uns für 4 Motorräder, 2 für uns und 2 für die Unmengen Gepäck.
Eventz bitten wir, dass er uns doch lieber am Montag hilft die Gruppe von Hear the World durch die Flüsse zu ziehen, damit die Kinder untersucht werden können.
Am Nachmittag kommt unser ‚Abholteam‘ an. Alle 4 nass bis über die Taille.

 

  

Wir verschnüren Koffer und Reisetaschen

Ohne Sturzhelm, Brille, Jacke gegen einen eventuellen Schutz starten wir.
Bedingung langsam fahren, da ich Angst habe.

Es wird erzählt, dass an allen Flüssen Helfer stehen, die Waren, Motorräder, auch Menschen durch das Wasser tragen. Sie verdienen sich so etwas Geld.

Es wird noch nasser

Meinen Computer und Pass trage ich selbst im Rucksack. Wird mir hoffentlich nicht nass werden.

Vor dem ersten Fluss muss ich mich wirklich überwinden. Alle schauen mich an. Eine Weisse!!! Man hat mir erklärt, dass man breitbeinig gehen muss, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Schaffe die erste Durchquerung. Nervenkitzel pur und ja keine Panik bekommen. Je mehr man sich der Flussmitte nähert, desto reißender ist das Wasser. Bin fast bis Bauchnabel nass – Rucksack trocken. Guerino und Fahrer gehen vor und hinter mir als Schutz.
Danach das Gepäck und dann helfen alle die Motorräder rüber zutragen.
Bei der 3. Durchqerung ist das Wasser so reißend, dass ein Träger meine Reisetasche ins Wasser lässt. Alles wird unwichtig.

Die Kinder haben ihren Spass

Die Schwimmringe sind Bananeblätter

Den 4. Fluss muss man an einer Flussbiegung durchqueren, er ist zwar nicht so hoch, aber man muss ihn gegen die Strömung durchqueren. Durch die Geschwindigkeit des Wassers habe ich das Gefühl einfach nicht nach vorne zu kommen. Ist wie wenn man eine Rolltreppe in der Gegenrichtung hinaufgehen will. Bekomme das erste Mal wirklich Panik.

Rio Frio ist der Letzte und der Breiteste. Hier ist wieder das Ufer eingebrochen. Die Motorradfahrer denken, dass sie diesen auf dem Motorrad durchqueren können. Wir müssen aber einige hundert Meter weiter unten der normalen Furt den Einstieg ins Wasser machen, damit wir dann mit der Strömung auf die andere Fluss Seite kommen.

Guerino und ich gehen zu Fuß. Gruppen von Jugendlichen helfen den Motorradfahrern, damit sie nicht das Gleichgewicht im Wasser verlieren.

jeder Hilft

Rio Frio unser Rum bleibt trocken

Zum Glück bleibt der Rum trocken.

Jo kommt von der Spur ab und wäre beinahe gestürzt. Alle kommen wir gut an, allerdings gehen 2 Motorräder nicht mehr. Wohl Wasser im Tank, bzw. die Zündkerzen nass. Es wird eine Stunde in sengender Hitze, ohne Werkzeug, nur mit einem großen Messer, „repariert“. Der Hauptmechaniker, barfuß und mit einer Unterhose, hatte wirklich eine Ahnung. Aber ich war geschockt, wie er barfuß immer wieder den Kickstarter betätigte, der Untergrund sind alles Steine und muss ja wirklich weh tun.
Es sind aber nicht nur die Flüsse das Abenteuer gewesen. Die Piste ist durch den Regen ausgewaschen und man fährt wie auf einem Reibeisen über die Steine. Viele Matchlöcher, die erbärmlich stinken und die Motorräder durchschlittern.
Wir erreichen am Spätnachmittag erschöpft und nass unser Projekt – sind jetzt erst mal angekommen.

Unsere berühmte Blättersuppe als Begrüßung

 

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