Haiti-Kinderhilfe

Die Regenzeit ist vorbei

Freitag, 02 August 2019.
Die Regenzeit ist vorbei

Von Mitte April bis Mitte Mai hat die Regenzeit in Haiti viel zum Wachstum beigetragen. Ab März wird gepflanzt und das Saatgut in die Erde eingebracht. Die Bauern warten dann ab bis es zu regnen beginnt und die Natur ihren Lauf nimmt.

Innerhalb wenigen Tagen sprießt und wächst alles in einer rasanten Geschwindigkeit.
Auch die Früchte an den Bäumen werden reif. Es gibt Mangos in Hülle und Fülle.
Bei uns an der Schule hängen die Mangobäume voll mit reifem Obst –ein Festschmaus für die Kinder.

Eigentlich sollte man vermuten, dass auf dem Land jeder Bauer auch seine eigenen Mangobäume hat, jedoch ist das gar nicht oft der Fall. Die Mangobäume werden immer häufiger gefällt und zu Holzkohle verarbeitet, was kurzfristig einen großen Geldbetrag bringt, aber langfristig halt gar nichts mehr. Weder Schatten an den Hütten noch Früchte.

Wir diskutieren immer wieder mit den Bauern, dass sie wenigstens nachpflanzen, wenn schon ein Baum wegen dringender Ausgaben (Arztrechnungen, Schulgeld, Krankenhaus usw.) fallen muss. Leider war bisher dafür kaum Bewusstsein vorhanden. Ausnahme sind die Eltern unserer Schulkinder, die immer mehr darüber nachdenken, was aus Haiti wird, wenn der letzte Baum gefallen ist. Viele Bauern merken, dass immer weniger Wasser in den Flüssen ist, der Grundwasserpegel immer weiter sinkt, aus den Brunnen kaum noch genug Trinkwasser gepumpt werden kann. Unsere Schulkinder haben ihr Baumschulprojekt (siehe früheren Blog-Beitrag) und tragen bei, dass um ihre Häuser herum nachgepflanzt wird. Allerdings dauert es mindestens 8-10 Jahre bis die erste Mango geerntet werden kann.
Cornelia Rébert-Graumann

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