Haiti-Kinderhilfe

Dezember / Januar Haiti Reise Teil 15

Freitag, 10 Februar 2017.
Dezember / Januar Haiti Reise Teil 15

Kein Internet seit Tagen. Hier werden von den beiden konkurrierenden Telefongesellschaften NatCom und Digicel Internetvolumen von mindestens 7 GB verkauft. Für unsere Verhältnisse nicht gerade übermässig. Das meiste des Volumens verfällt. Ich habe gerade mal 0,99 GB bei Digicel verbraucht. Keine Möglichkeit das ganze Volumen zu verbrauchen, weil einfach keine Verbindung zustande kommt. Obwohl Luftlinie entfernt in etwa 300 m die nächsten Antennen aufgestellt sind.

Die Menschen hier haben oft Mobiltelefone mit SIM-Karten von beiden Anbietern, da immer wieder das Problem auftaucht, dass man keine Verbindung bekommt. Digicel betreibt seine Station mit einem Diesel-Generator. Ist kein Treibstoff aufgefüllt gibt es keine Verbindung. NatCom ist etwas moderner und hat ein relativ großes Solarfeld von schätzungsweise 150-200 qm um seinen Sendemast herum. Extrem gut gesichert mit hoher Mauer und Extra-Stacheldraht-Zaun. Ist es bewölkt, gibt es keine Verbindung. Ich bin auch nicht sicher, ob genügend Batterien vorhanden sind, dass nachts die Anlage in Betrieb ist. Das meiste Geld kostet das Volumen, ärgerlich ist besonders wenn man es nur zu einem kleinen Teil verbrauchen kann. Ich verbringe viel Zeit zu warten bis mails geladen sind, mails gesendet sind. Beides wird meistens mitten im Vorgang abgebrochen. Zum Ärgern. Meine Berichte kann ich nicht in den blog einstellen.

Unser Aufenthalt geht langsam dem Ende zu. Noch gut 2,5 Wochen, dann geht es zurück nach Deutschland in die Kälte, aber auch ins gut Organisierte, was man wieder mal richtig schätzen gelernt hat.

Vor einer Woche wurde hier begonnen mit einer Standfläche für einen weiteren Container, da für den Schulhaus-Neubau die vorhandene Lagerfläche für das Baumaterial nicht ausreicht. In PaP konnte Guerino, unser Ingenieur einen gebrauchten Container kaufen, der nun in der folgenden Woche hierher geliefert und auf die Betonfläche gestellt wird. Die Standfläche ist doppelt so groß wie der Container und wird insgesamt mit einer geschweißten Gitterbox umschlossen. Nach Abschluss der Bauarbeiten wollen wir diesen Container als Werkstatt für die Kinder nutzen.

Im Kindergarten stellten wir fest, dass die neue erste Klasse dringend einen etwas abgetrennten Außenbereich braucht. Die Kleinen im Alter von teilweise unter drei Jahren sind wirklich überfordert durch das wilde Spiel der Großen. Jetzt sollen die Kleinen einen extra Bereich mit Sandkasten, Schaukel, Klettergerüst und kleiner Freifläche für Ballspiele bekommen. Mit dem Ausgraben des Sandkastens wurde gestern schon begonnen.

Letzte Woche kam ein neues Kalb auf die Welt. Zuerst entwickelte sich das Tier recht gut, aber heute musste nun der Tierarzt kommen um eine am Nabel aufgetretene Entzündung zu behandeln. In der Wunde waren Hunderte von Maden. Das arme Kalb hatte schreckliche Schmerzen. Der Tierarzt verabreichte eine Spritze und wartete ab bis die Maden aus der Wunde herauskamen. Er hatte weder Instrumente noch Watte oder Desinfektionsmittel dabei. Wir halfen aus mit Pinzette, Watte, Alkohol, Wasser und Seife. Ich hoffe sehr, dass das Kalb überlebt. Das Hühnersterben ist derweil gestoppt. Die Impfaktion hat wohl geholfen.

20170210 2Mit einigen der Vorschulkinder machten wir gestern eine wunderbare Pflanzaktion von Bananenstauden. Da diese Kinder besonders lebhaft sind, dachten wir, dass diese Aktion ihnen viel Energie abverlangen würde. Und so war es auch. Immer drei Kinder durften, mit Jean-Renel einem der tageweise Beschäftigten und dem Lehrer Herlot, in einem Schubkarren die nötige Erde holen, die wurde dann gemischt mit Kompost, Sand und Mist von der Weide. Alle Zutaten mussten zuerst geholt werden. Jedes Kind hatte eine kleine Schaufel und alle zusammen mischten dann kräftig im Schubkarren die Zutaten. Anschließend durften sie sich „ihre“ Bananenstauden aussuchen und sie in das vorbereitete Pflanzloch einsetzen. Die Erde stampften sie kräftig fest und hatten dann viel zu laufen um an jede Bananenstaude fünf Eimer Wasser zu leeren.

Eines der Mädchen war ganz gewitzt und fragte eine Kleine aus der zweiten Klasse, ob sie ihr helfen würde beim Gießen, sie bekäme dann auch Bananen ab. Jede Pflanze bekam dann noch einen kleinen Stock mit dem Namen des Kindes. Ein Junge meinte zu Richard: „Jetzt hab ich endlich meine eigene Banane.“ Mittags bei der Abholung wurden die Eltern natürlich stolz an die Bananen geführt. Auch noch am Rande bemerkt: Wir bekamen alle Bananenstauden unentgeltlich von verschiedenen Eltern gestellt, was uns sehr gefreut hat. Zeigt es doch, dass unser Projekt auch von den Eltern als „ihres“ angenommen wird. Die Aktion geht am Montag weiter, da ja nur ein Teil der Kinder pflanzen konnte. Ab 11 Uhr ist es einfach zu heiß in der Sonne.

Viele Grüße

Conny

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