Haiti-Kinderhilfe

Dezember / Januar Haiti Reise Teil 13

Sonntag, 05 Februar 2017.
Dezember / Januar Haiti Reise Teil 13

Mit leerem Magen lernt sich schlecht……unsere Schulspeisung

Das Plateau Central ist eine ‚vergessene‘ Region in Haiti. Nur 1 Strasse führt in den Norden von Haiti. Es ist die Straße am Meer von Port-au-Prince nach San Marc und dann über die Berge nach Cap Haitienne. Nach dem Erbeben startete die EU eine Straße quer durch das Landesinnere. Leider ist bis jetzt nur 1/4 des Projektes umgesetzt. Diese neue Strasse soll bis Cap Haitienne realisiert werden. Aber wann……?

20170205 1Unser Freund Padberg startete vor 15 Jahren ein Schulspeisungsprojekt in dieser armen vergessenen Region. An Stelle mit importierten Reis und Bohnen aus EU Überschüssen, siedelte er 3 Agronomen in Maissade an. Es wurden die Saatgüter am Anfang gesponsert. Maniok und Erdnüsse waren die ersten Anpflanzungen. Aus Maniok wird das reichhaltige, schwere Cassave Brot gebacken und aus Erdnüssen Brotaufstrich gemahlen.

20170205 4Eine aktive Frauengruppe schloss sich mit Bauern zusammen und sind in der Zwischenzeit eine kleine unabhängige Gemeinschaft. In den Supermärkten verkaufen sie ihre Marmeladen, Liköre, kleinen Sirup Kuchen und Casave Brot. Mit ihren Artikeln werden täglich, je nach internationale Hilfe hier in der Region für 20T – 40T Kinder eine kleine Schulspeisung produziert. Für dieses Schulspeisungsprojekt finanzierte Haiti-Kinderhilfe e.V. vor einigen Jahren die Maniokmühle.

Auch unsere Kinder bekommen täglich ihr ‚Pausebrot‘ aus dieser lokalen Produktion.

‚Unsere Eltern‘ müssen 1 Tag im Monat in ihrem/unserem Projekt helfen. Zurzeit ernten wir 1 x wöchentlich einen Sack Maniok. 2 Mütter helfen zu schälen, der Maniok wird (meist) auf unseren Solaröfen gekocht und schmeckt wie eine leicht salzige feuchte Kartoffel. Alle lieben Maniok. Am nächsten Tag wird aus der Brühe und nochmals mit Maniok eine dicke Suppe zubereitet. Entweder mit trocken Fisch, oder auch mit richtig viel Schweinefleisch aus unserer eigenen Schlachtung ergänzt. Unsere Kinder essen bis zu 4 Teller und haben dann einen Bauch wie ‚schwanger‘. Jede Klasse bekommt einen großen Topf und jedes Kind darf sich so richtig satt essen. Für die Eltern ist es schön zu sehen, wie es ihren Kindern gut geht, auch das ihre Mithilfe ihren Kindern zugutekommt. Wir bereiten gerade die Gärten für die nächste Regenzeit, wollen noch Süßkartoffeln, Kochbananen und Gemüse anbauen.20170205 2

Vor einem Jahr bauten wir einen Hühnerstall, das Ziel war, für jedes Kind mindestens 1 Ei pro Woche. Leider sind wir noch weit von diesem Ziel entfernt. Einerseits hat unser haitianischer Gärtner einfach keinen Sinn gesehen, warum er die Hühner in den Stall gewöhnen soll, sind doch immer auf irgendwelchen Bäumen. Brüten überall versteckt. Eier fast nie, höchstens schon angebrütet. Es starben auch viele Hühner in den letzten Wochen an einer Art Pest. Sie müssten wohl 2 x im Jahr geimpft werden. Auch haben wir zu viele Hähne, damit die Hühner unbefruchtete Eier legen würden. Es würden nun alle Hähne geschlachtet. Sehr zum Leidwesen der Haitianer, wo der Hahn ja das wichtigste ist (sprich auch der Mann)……

Haben auch 2 männliche Kälber. Conny hat uns überzeugt, dass wir diese sobald sie ohne Milch überleben können, ebenfalls weggeben. Für unsere haitianischen Mitarbeiter ist der Stier aber fast göttlich. Wir wollen aber gerne die Milch. Unser Tierbetreuer kennt nur, dass es Milch während der Zeit gibt, wo das Kalb saugt. Wir wollen aber das er melkt und auch die Kuh ans melken gewöhnt. Unsere haitianischen männlichen Mitarbeiter betrachten es auf einen Angriff auf ihr Geschlecht. Hatten viele Diskussionen. Sie haben schon überlegt, sich Röcke anzuziehen, nicht dass unserem Entsorgen alles was männlich ist, Kreise ziehen könnten….☺☺☺

Tja, zurzeit treffen sich gerade zwei Kulturen

Euch ein schönes Wochenende

Roswitha

 

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