Haiti-Kinderhilfe

Dezember / Januar Haiti Reise Teil 13

Mittwoch, 01 Februar 2017.
Dezember / Januar Haiti Reise Teil 13

Reisebericht – Auto – Handwerker – Tiere -

Nur noch so wenig Zeit…werden in knapp 3 Wochen wieder nach Deutschland fliegen. Die Zeit ist hier einfach ‚weniger…‘.

Wir leben mit der Sonne, früh aufstehen, zwischen 19 und 20 Uhr liegen wir kaputt in den Betten. Die Hitze ist anstrengend. Manche Handwerker kommen erst um 10 Uhr und gehen schon wieder um 13 Uhr und alles wird nur tröpfchenweise fertig. Telefon und Internet funktioniert erschwerend. Der Kindergarten hat wieder angefangen. Der Schulbau beginnt langsam..

Vor 4 Wochen streikte unser Auto. War einfach ‚tot‘. Organisierten eine neue Batterie, nichts ging. Startete mit Anschieben. Richard probierte tagelang alles aus und wir warteten sehnsüchtig auf Hans und Conny. Denn ein Auto nach Port-au-Prince abzuschleppen, dort dann hoffen das man da Ersatzteil schnell bestellt und dann einfach tagelang in einem Hotel wartet, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder zurück – nicht verlockend.

20170201 4Hans und Richard stellten fest, dass es der Anlasser sein könnte und der Motor wurde ‚zerlegt‘. Eigentlich war es nur ein kleines Relais das durch Flug Rost nicht mehr reagierte. Entstanden, da die letzte Flussdurchquerung direkt vor unserer ‚Haustür‘ ist und daher die Motorwärme nicht mehr alles trocknet, bevor das Auto wieder abgestellt wird. Eigentlich so eine Kleinigkeit, aber für uns für fast 2 Wochen ein Riesenproblem.

Die Handwerker, Schreiner und Maurer fingen nach Weihnachten wieder an. Einige Männerausheben die Fundation für die Schulgebäude aus, alles nur mit Schaufel und Pickel. Unsere Ehemänner, Richard und Hans arbeiten ununterbrochen, bis es dunkel wird – egal ob Sonntag oder Feiertag. Tja, eigentlich müssten wir auch mal raus aus unserem Gelände, um nicht einen Lagerkoller zu bekommen. Beide Männer weigern sich. Conny motiviert Elisa und mich einige Wanderungen in die wunderbare Umgebung zu machen. 

20170201 5Die Umgebung ist leicht bergig, noch sehr grün, freundlichste Leute, es gibt Hahnenkampf Arenen, einfachste Schnapsbrennerei, Voodoo Priester mit Peristil um den bei Zeremonien getanzt wird, den großen Fluss Rio Frio mit vielen kleinen Becken zum Schwimmen. Noch riesige Bäume mit den Geschichten, dass dort Schlangen leben und wir wünschen dem Baum, dass die Geschichte sich lange hält damit er nicht für Holzkohle geschlagen wird. Höhlen, wo sich die geflohenen Sklaven versteckten………vieles, vieles was es wert ist zu erkunden.

Mit unserem Schreiner hatten wir wie in den letzten 1 ½ Jahren fast tägliche Diskussionen. Wir mit ihm wirklich überdurchschnittliche Preise vereinbart, da wir bei ihm zu Hause Muster sahen, die wirklich sehr schön waren. Hier aber gibt es so Argumente, dass er zwar die Türen oder Fensterläden zwar macht, aber nicht abhobelt oder einlässt. Das Material stellen wir ja alles zur Verfügung, es ist also nur sein Lohn. Das Holz der Türen ist oben und unten ausfranst, uneben, verzogen oder beschädigt. Viele Diskussionen….

Die Türen und Fensterläden weigert er sich zu installieren. Das unsere Männer nun 4 Wochen lang alles installiert haben, findet er nur ‚normal‘. Wir sind schon so genervt, dass wir alle Fehler selbst nacharbeiten, wollen ihn einfach nicht mehr sehen. 

20170201 1Das Team vom ‚Fußboden gießen‘ sehr, sehr nett – aber…. Wir wollen nur einen feinen Betonstrich und einzelne haitianische Betonfliesen darin eingießen, damit es nicht nur grau wird. Machten gemeinsam ein ‚Trockenmuster‘, alles kein Problem. Unser Ingenieur überwachte alles. Am ersten Tag verteilten sie im ersten komplett den Estrich und fingen dann an die Fläche für die einzelnen Fließen wieder rauszuhacken. Sehr schwierig und noch schwieriger dann die richtige Höhe, oder auch Ausrichtung zu erreichen. Der Raum ist ca 20 qm groß und wir waren noch die halbe Nacht mit allen verfügbaren Taschen.- und Handylampen da, um den Raum fertigzustellen. Am 2.Tag war das Team bereit die ‚Ausländervorschläge‘ auszuprobieren, immer gleich die Fliese zu integrieren und es wird etwas besser. Leider fehlten uns zum Schluss einige Fließen und wir hoffen diese noch vor unserer Abreise zu bekommen um auch das Projekt Fußboden abzuschließen.

Fast das ganze Baumaterial muss in Port-au-Prince besorgt werden. Erst schon mal finden, dann handeln und bezahlen und wir erhalten Abholscheine und heuern einen Überland Truck an. Speziell das ganze Bau Eisen ist so schwer, dass öfters gefahren werden muss. Der LKW fährt 2x die Woche Maissade nach Port-au-Prince. Jedes Mal eine Überraschung was hat er dieses Mal geladen und was war zwar vom Händler versprochen, aber doch nicht auf Lager. Der Aushub des ersten Schulgebäude ist angeschlossen und die ‚Eisenmänner‘ fingen an.

Wie Conny schon schrieb, starben leider viele Hühner. Es gibt hier wohl in der kühleren Jahreszeit ‚Winter‘ und während der Regenzeit eine Art Hühnerpest. Die Hühner müssten 2 x im Jahr geimpft werden. Leider hat der ‚Tierverantwortliche‘ die Hühner noch immer nicht an den Hühnerstall gewöhnt, ist also sehr schwierig sie zu erfassen. Haben in der Zwischenzeit 3 Kälber bekommen und werden den jungen Stier bald verkaufen. Wir hatten letzten Winter ein Schwein gekauft, aber als wir es dann so quietschend sahen, wollte es keiner schlachten lassen und wir hatten über Wochen eine fleischfreie Zeit. Kauften dann im Frühjahr noch ein Weibchen, damit wir wenigstens Ferkel bekommen würden.

Jetzt nach einem Jahr, war immer noch kein Nachwuchs da und beide extrem fett. Wir verkauften ein Schwein am Tiermarkt und kauften 3 kleine Ferkel. 1 Sau wurde geschlachtet. Hier ein Erlebnis. Es wird Feuer gemacht, Wasser gekocht. Leider macht man hier keinen Unterschied in Kotelett oder Filet, sondern es wird alles gleichmäßig mit der Machete in Stücke geschlagen. Wir waren den ganzen Tag beschäftigt und am Abend überzeugt, wir wollen doch kein Fleisch essen – hat sich aber in der Zwischenzeit wieder geändert.

Unser Menuplan ist sehr eingeschränkt. Es ist einmal wöchentlich Markt und man findet dort Basis Artikel, Gemüse und Obst, was in der Region gerade wächst. Wöchentlich gibt es das gleiche: Wenige Gemüse, eine Suppe aus verschiedenen Blättern mit Kochbananen und Süßkartoffeln, Reis, Mais mit Bohnensosse. Das Highlight sind immer Spagetti mit Knoblauch. Conny hat allerdings auch schon mal Bratkartoffeln mit Spiegelei, auch schon aus den Fleischstücken panierte Schnitzel, Bratkartoffeln und Krautsalat gezaubert. Allerdings fanden unsere haitianischen Mitarbeiter die Art wie wir das Fleisch zubereiten nicht nach ihrem Geschmack.

20170201 6Wir kochen hier mit Gas, müssen allerdings die Flaschen in Hinche füllen. Haben einen 2 Flammenofen und unsere Köchin verbraucht jede 2 Wochen eine Flasche Gas. Conny bemüht sich immer wieder zu erklären, dass die Flammen nicht außerhalb der Töpfe sein müssen, auch vieles wie Mais und Reis quellen kann. Mme. Jo lächelt zwar immer, aber kann irgendwie nicht verstehen, dass auch wir sparen wollen. Wir haben auch 2 Solaröfen und in kürzester wird Speck gebraten, Reis oder Maniok gekocht. Natürlich muss man immer wieder die Öfen nach der Sonne ausrichten und auch mehr vorausplanen. Hoffen sehr, dass wir Mme Jo noch anlernen können. Objektiv muss man natürlich sagen, sie selbst sammelt immer jedes kleines Holzstückchen und kocht zu Hause zwischen 3 Steinen auf offener Flamme Ihren Reis – es wird nicht ganz einfach für sie werden.

Wir erleben jeden Tag so viel und hätten viel zu erzählen, werden das noch in Berichten nachholen.

Liebe Grüße

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