Haiti-Kinderhilfe

6. Reisebericht Roswitha Winter 2018/19 - Die Kinder starten ihre Baumschule

Montag, 25 Februar 2019.
6. Reisebericht Roswitha Winter 2018/19 - Die Kinder starten ihre Baumschule

Wir stellten fest, dass die Regierung zwar seit 40 Jahren immer wieder ‚Aufforsten‘ predigt, es aber eigentlich nirgendwo Projekte dafür gibt. Wir fanden 3 Verkäufer von Bäumchen und fuhren dafür über eine Stunde off-road. Es ist verständlich, keiner hat wirklich Geld, Bäumchen zu kaufen hat keine Priorität. Wir kauften und transportierten ca. 1.400 Bäumchen.

Die Kinder mussten mit ihren Eltern kommen und nun gemeinsam auswählen, welche Sorte und Menge zu Hause für ihre Ausbildung gepflanzt werden soll. Wir waren überrascht, dass die meisten Eltern bereit waren, mehr als 50 Bäume zu pflanzen, einige über 100!!! Sie hätten genügend kahle Grundstücke…!

Wir wollen aber nicht nur Pflanzen ausgeben, sondern die Kinder bilden. Legen mit jeder Klasse einen großen Komposthaufen an. Neue Erfahrung für unsere Grundschullehrer ☺! Unsere Kinder hatten hier schon einen ‚Bildungsvorsprung‘, da wir dies jedes Jahr im Kindergarten machten.

Gruppen von je 4 Kindern pflanzten ihre ersten 5 Bäumchen in größere Tüten um, jeweils einen Erwachsenen als Helfer. Die Kinder bereiteten die Pflanzerde selbst, es wurden Namensschilder angelegt und jedes Kind hat seinen eigenen Bereich zum Gießen. Für 2 Monate kommt jeden Donnerstag ein Gärtner, der mit den Kindern an den verschiedenen Bäumen Samen sammelt und mit ihnen diese pflanzt, ihnen hilft und viel erklärt.

Jedes Kind hat jetzt eine eigene Minibaumschule mit je 10 größeren Bäumchen und 5 Samentüten, nächste Woche werden nochmals 5 größere Bäumchen hinzugefügt. Bis zur Regenzeit im April hat jedes Kind 20 Bäumchen, schon genügend groß, um sie mit nach Hause zum Pflanzen zu nehmen.

Die Kinder haben eine solche Freude für ihr Projekt und sind sehr engagiert. Aber auch die Eltern haben uns überrascht, wie sie nun begeistert die Idee ‚Bäume pflanzen zur Absicherung der Berufsausbildung‘, angenommen haben.

Andere Schulen baten schon um Baumspenden und unsere Lehrer sind auch alle ganz angetan. Vielleicht könnte aus der Idee noch mehr werden? Wäre schön….

Jede Familie brachte eine große Calbasse. Diese wurden durchgeschnitten, den Inhalt rausgekratzt, die Schale gewaschen und getrocknet. Jetzt ist die Schale ganz leicht, aber stabil wie Holz und wasserundurchlässig. Jedes Kind hat seine eigene ‚Gießkanne‘. Alles soll haitianisch und zuhause wiederholbar sein.

Zum Schulbeginn im September, wird jedes Kind wieder seine eigene kleine Baumschule starten. Je mehr Bäume die Familie pflanzen will, umso besser…

Ich weiß, es gibt noch genügend Hürden, wie Ziegen und Kühe. Aber es könnte auch ein Beginn sein…..☺

Liebe Grüße

Roswitha

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.