Haiti-Kinderhilfe

2. Reisebericht Roswitha Winter 2018/19 - ein hektischer Dezember

Donnerstag, 24 Januar 2019.
2. Reisebericht Roswitha Winter 2018/19 - ein hektischer Dezember

In den ersten Tagen belasten Hitze, Zeitumstellung, überall Staub, anderes Essen uns noch sehr und alles geht ein bisschen ‚schwerer‘. Starten sofort mit der Reparatur des Schulgebäudes in Billiguy und der Kernsanierung der Krankenstation Selpetre.

Das von Haiti-Kinderhilfe e.V. gebaute Schulgebäude in Billiguy, hat durch die extremen Erdbewegungen während Trocken.- und Regenzeit, Risse im Mauerwerk bekommen. Wir wollen das Gebäude mit 7 Klassenzimmern in
3 unabhängige Gebäude umbauen. Das bedeutet aber, dass wir die Trennung schon ab den Grundmauern machen müssen. Hört sich nicht schwierig an, aber zur Anlieferung des Baumaterials muss man durch den hohen Fluss Rio Cano und dann noch 10 km unvorstellbaren steinigen und engen Trampelpfad. Ebenso gibt es vor Ort kein Wasser und wir müssen Wasserträger organisieren und bezahlen, die das Wasser 5 km in Eimern tragen müssen. Damals war der Bau schon fast unmöglich und auch jetzt wird es kein einfaches Projekt werden.

Die desolate Krankenstation Selpetre, ca. 3 km von unserem Schulprojekt entfernt, wollen wir Kernsanieren und somit unseren Kindern und deren Familien ein Minimum an medizinischer Versorgung anbieten. Wir werden das Projekt aber nur durchführen, wenn die Bewohner der Region sich ehrenamtlich einbringen. Als ich diesen Ansatz den Verantwortlichen erklärte, waren sie kurz sprachlos. Entweder machen wir gemeinsam, oder nichts. Wobei deren Engagement sich auf Wasser holen, Sand sieben, Bauschutt entfernen, Kaktushecke erneuern usw. beschränkt. Wert der Arbeitsleistung vielleicht von 500 € sind, aber es ist für mich ein Prinzip. Keiner hat hier ein Beschäftigungsverhältnis, sondern sind fast alle Kleinbauern und haben viel Zeit.

Im Dezember beginnt die Haupterntezeit. Reis, Bohnen, Maniok, Yamswurzel, Süßkartoffeln. Alles muss richtig bearbeitet, eingelagert oder gleich verarbeitet werden. Es gibt wieder ab sofort mindestens einmal pro Woche, auf dem Solarofen gekocht, für alle Kinder warmes Essen. Die sonst tägliche Schulspeisung ist kalt und wird normalerweise von einer Frauen Fédération geliefert.

Unsere meisten noch sehr kleinen 100 Zitrusbäumchen sind fast alle von saugenden Läusen befallen und schwarz. Auch die anderen Bäumchen sind nicht viel gewachsen. Die Trockenzeit auch schon wieder den Boden tief aufgerissen. Mindestens 10 Komposthaufen sind reif zum Ausbringen.

Noel, unser deutscher Praktikant will einen Bullen schlachten, damit wir auch mal Fleisch hätten.

Irgendwo verlieren wir Wasser und Richard fängt alles zum aufgraben an und wechselt weiter die PVC Rohre gegen Metall Rohre aus. Eine Wasserpumpe funktioniert nicht richtig und die Fertigstellung des 2 Zimmer Gästehauses wird begonnen.

Der Schreiner kommt nun wieder täglich und Schulregale, Stühle, Tische für die neuen Schulkinder müssen geplant werden. Fensterläden und Türen für das Gästehaus. Auch fertigen wir hier, da wir durch Solarpanels Strom haben, alle Holzarbeiten für die Krankenstation an.

Wir starten unsere öffentliche Bibliothek. Geöffnet jeden Samstagvormittag für alle Kinder aus der Region. Bücher müssen noch besorgt werden, alles eingebunden und katalogisiert sein. Hier Danke an Heidi und Jana Kolacek für 2 Tage Büchereinbinden.

Familie Kolacek kommt für 10 Tage auf Besuch mit dem Bus aus der Dominikanischen Republik. Sie haben eine aufregende Anreise. Ihr Bus hält gar nicht wie angenommen in der Nähe von uns, sondern fährt mit ihnen 4 Autostunden entfernt nach Port-au-Prince. Ich hole sie noch nachts und fahre auch nachts zurück. Kommen morgens um 2 Uhr an. Alles ging gut, aber ich habe mich genauso verhalten, wie man es unter keinen Umständen machen sollte und überall gewarnt wird.

Starten gemeinsam schon die ersten Patenschafts Geschenke zu den Kindern nach Hause zu bringen und erwandern gemeinsam die Region.

Organisieren ein Treffen mit allen Eltern, Thema: ‚Finanzierung des Studiums‘

In der Schule und Kindergarten haben wir 5 neue Mitarbeiter, insgesamt schon 11 pädagogisches Personal. Jeder will irgendwas von mir und es gibt viele kleine Baustellen.

Das intensivste Projekt im Dezember ist allerdings die geplante Weihnachtsfeier. Unsere 150 Kinder, lt. Farah unserer pädagogischen Chefin, müssen alle eingebunden sein, damit keiner der 150 Eltern sich benachteiligt fühlt. Ein großes Projekt ☺

Liebe Grüße

Roswitha

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