Haiti-Kinderhilfe

1. Reisebericht Roswitha Winter 2018/19

Dienstag, 11 Dezember 2018.
1. Reisebericht Roswitha Winter 2018/19

Mit 160 kg Gepäck landeten wir am 27.11.18 Port-au-Prince. Beim Anflug auf die Hauptstadt war unsere größte Sorge, ob wir schwarzen Rauch von brennenden Reifen sehen würden. Dies würde wieder Unruhen und Straßen-Barrikaden bedeuten. Aber alles scheint heute ruhig zu sein.

Unser schon seit 40 Jahren bester Freund Rob, ließ uns am Flughafen abholen und in seinem Projekt, konnten wir nun in geschützter Umgebung, unseren Pickup beladen. Er ließ schon vorab Süßigkeiten und Kekse für unsere Weihnachtsfeier, sowie 15 Kartons speziell für Schulen in Haiti hergestellte Müsliriegel kaufen. Schwer beladen starten wir.

IMG 2110Unser indischer Pickup TATA, war Monate wieder in der Werkstatt gewesen.
Vor 2 Jahren ging der Starter kaputt. Es würde ein Neuer eingebaut. Vor einem Jahr, jetzt mit einem neuen Starter, mussten wir das Auto immer noch oftmals anschieben. Also dieses Jahr wieder in der Werkstatt. Kommentar hier, sorry war der falsche Starter – wir bestellen einen anderen. Die 600 US$ für die erste Reparatur sind allerdings verloren und die jetzige muss wieder teuer bezahlt werden. Das Auto startete dieses Mal wunderbar. Wir sind bis jetzt nur
16.500 km gefahren, also noch fast neu!!!

Nach 2 Stunden, Hälfte der Strecke, ein lautes Geräusch. Wir halten, denken es ist eine Reifenpanne, aber wir sehen nichts. Fahren aufgeregt langsam weiter, das metallene laute Geräusch bleibt. Eventuell ein Stein zwischen den Bremsscheiben? Wir halten immer wieder, sehen nichts. Dann plötzlich Rauch aus dem linken Vorderrad. Sind in der Nähe eines Flusses und können Wasser zum Abkühlen organisieren. Was tun??
Wir sind mitten in now-where, voll beladen, nächste Hilfe in der Hauptstadt.
Wir entscheiden uns langsam weiterzufahren. In Hinche finden wir ein Öl und nach jeder Flussdurchquerung sprüht Richard die Radnabe ein. Wir schaffen es bis in unser Projekt. Das Rad ist schon leicht schief. Richard wird in den nächsten Tagen alles ausbauen und wir werden versuchen das Auto zu reparieren, oder irgendwie in die Werkstatt nach Port-au-Prince schleppen lassen. Die frustrierende TATA Geschichte geht also weiter. Das Auto war dann schon
10x in der Werkstatt. Ich habe gelernt, dass das Billigste sehr teuer werden kann.

Im Gepäck ist ein großes Paket für unseren deutschen 18-jährigen Praktikanten Noel, von seinen Eltern. Noel zeigt uns stolz beim Abendessen einen Schleifstein und ein Filetiermesser, beides von seinen Eltern gesandt.
Noel will wissen, ob wir nun einen Jungbullen schlachten werden, den Fleisch ist hier eine Rarität. Unsere haitianischen Mitarbeiter, schauen ihn voller Bewunderung an und fragen, ob er denn schlachten würde? Er bejaht, alle sind voller Bewunderung für das deutsche Schulsystem, dass man dort Abitur, einschließlich schlachten eines Rindes macht. Wir lachen noch viel und für Samstag ist Schlachten geplant.

Liebe Grüße
Roswitha

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